| Zur Schweinshaxe nach Oberfranken |
| Geschrieben von Martin Müller-Hermann und Markus Hermann | |
| Dienstag, 20. November 2007 | |
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An der Adria gibt’s Risotto, in Oberfranken die Schweinshaxe...Aber die Wettervorhersage war die ganze Zeit schon kritisch gewesen: dank einer Front aus Richtung England fiel die ursprüngliche Idee eines Weekendtrips an die Nordsee ins Wasser.
Wir entschlossen uns daraufhin trotzdem Richtung Norden zu fliegen, nur halt nicht so weit, nur etwa bis in die Eifel und dann nach rechts und wieder zurück. Je nach akutem Wetter mit oder ohne Übernachten.
Mit Hilfe der tollen Flugplanung von www.fl95.de fanden wir schließlich eine Strecke von EDTF nach Koblenz, weiter nach Coburg mit Planung über Würzburg nach Hause.
Der Knick nach Trier wurde dann aber schon im Voraus vom GAFOR bzw. der Sicht verhindert; die war im Breisgau etwa 3km weit, aber wir waren optimistisch. Also Start und direkt, bei ständig besser werdender Sicht, in Richtung Karlsruhe, Bad Dürkheim und Koblenz. Damit keine Langeweile aufkam, hangelten wir uns an diversen geografischen Wegpunkten entlang; dabei war es immer wieder nett das Auftauchen der Autobahn da oder des Flusses dort voraus sagen zu können. Dass wir trotzdem nicht ganz normal waren, zeigte sich auf Langen Information, wo quasi Funkstille herrschte. ![]()
In Koblenz gabs Pause beim Griechen, METAR vom Turm und Bewunderung für ein paar unverdrossene Segelflieger, die fleißig Platzrunden schruppten. (Die hatten übrigens Flatterband am Vorseil, fanden wir eine gute Idee – findet sich nach dem Seilriss sicher besser)
Das METAR beeinflusste dann auch unsere weitere Strecke nach Osten, es schwankte zwischen Broken und Scattered bei Obergrenzen die zumindest sicherstellten, dass Hochspannungsleitungen nicht zur Gefahr würden und der Dunst in dem man fliegt keine Wolke ist. Aber wenn man tiefer fliegt, sieht man auch mehr von der Landschaft und die Wolken und sonstiges undefinierbares Wasser stören die Sicht nicht so sehr. Die Devise - solange man den Boden sieht kann es ja keine Wolke sein in der man fliegt – die Gafor und Metarinfos versprachen nicht viel, aber sie hielten was sie versprochen hatten. Trotzdem war es von Zeit zu Zeit spannend, von fantastischen 10km Sicht in 3 -5km einzufliegen; stets musste man aber die Relation sehen und es war immer schon mal schlechter gewesen und der Luftraum G lässt ja noch weniger zu.
Auch hier fleißiges Navigieren, auch wenn jetzt die Frage, über welche Wälder, Berge und Gebirge wir da geflogen sind erst im Nachhinein geklärt werden konnte. Schöne Burgen gibt’s im Westerwald, Wirtshäuser im Spessart und die Hassberge, aber da gibt’s nichts. Allesamt einsame Gegenden, wo es wohl nur Einheimische gibt. Die Sicht blieb weiterhin eher erbärmlich und das Steigen auf die Coburger Platzrundenhöhe von 2400ft war auch eher ungewohnt, nach ständigen Tiefflug. Der Coburger Flugplatz liegt auf einer Hochebene oberhalb der Stadt, in direkter Nachbarschaft zur eindrucksvollen Veste. Nach einer Runde durch die schön erhaltene Ritterburg ging es runter in die „Historische Innenstadt“ wo wir im weißblauen „Münchner Hof“ unterkamen. Dort gab es später im urigen Gästeraum echt bayerische Schweinshaxe mit lecker Coburger Klößen und Sauerkraut. Dass der Tag doch anstrengend gewesen war merkten wir jetzt auch, recht bald ging es ins Bett... Der nächste Tag fing irgendwie eine Stunde früher an - oder später? Auf jeden Fall wurde die Uhr umgestellt und wir machten uns nach dem Frühstück wieder an den Aufstieg Richtung Brandensteinebene und Flugplatz.
Oben angekommen, bot sich erstmal ein eher ernüchternder Blick in die nicht sichtbare Ferne, so etwa 3 km mit einer Hauptwolkenuntergrenze zum Greifen. Nach dem Check von GAFOR und anderen Wettervorhersagen beschlossen wir, dass es keinen Grund zur Eile gab. Die Sicht wurde langsam besser, lag laut GAFOR nun bei angeblich D4 mit ohne Hoffnung auf Besserung. Also rollten wir langsam zur 12 und reihten uns hinter diverse Kingairs und Learjets ein, die ja IFR fliegen konnten; wir aber nicht und trotzdem gings los in Richtung Würzburg. Jetzt hieß es wieder, bloß nicht zu hoch zu kommen und schön die Augen offen zu halten nach den Hassbergen und Flugverkehr. Markante Wegpunkte gab es keine und die Sicht wurde auch nicht besser. Irgendwann kamen auch noch wirklich tiefe Wolken in mehreren Schichten und es waren schnelle Entscheidungen gefragt. Bodensicht gegeben, drunter, drüber oder zwischendurch, da sollte vorher schon eine klare Strategie vorhanden sein. Machte alles nicht gar so viel Spaß, strengt furchtbar an und froh waren wir, als das GPS die 5 min nach Würzburg Airport anzeigte und wir eine Verschnauf- und Tankpause einlegen konnten. ![]()
Hier gabs nen Italiener und später ging es erholt an den Start zur letzten Etappe in die Heimat.
Das erste Stück ging eigentlich immer an der Autobahn entlang, ums AKW rum und unter dem Luftraum Stuttgart durch; auf Langen Information war heute auch mehr los und die Sicht und Untergrenze wurde auch deutlich besser. Spannend blieb noch die Frage, ob der Schwarzwald frei sein würde, der letzte GAFOR Check in Würzburg war optimistisch. Da wir das Tieffliegen inzwischen gewohnt waren, war das aber auch kein Problem, auch wenn irgendwann die Sonne blendete und den Dunst intensivierte. Es war im Prinzip des Öfteren so, als ob man in eine graue Wand fliegen würde. Doch Erdsicht war stets gegeben und wir erkannten irgendwann das Kinzigtal und endlich das Elztal und über Waldkirch meldeten wir uns schließlich wieder beim guten alten unfreundlichem Freiburg Info. Alles in Allem ein lehrreicher Flug, hier konnte gelernte Meteorologie angewendet werden und der Sinn einer präzisen Flugvorbereitung wurde evident. Sehr hilfreich war jeweils die Möglichkeit an den verschiedenen Plätzen einen Zugriff auf PC met zu haben, das ist ein echter Sicherheitsfaktor. Eigentlich für den Freiburger Platz beschämend so was nicht zu bieten. |
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