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LSG-Breisgau

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Einmal Frankreich und zurück
Geschrieben von Meinhard Hansen   
Montag, 7. Juni 2010

Mit dem Segelflugzeug von Freiburg nach Südfrankreich und wieder zurück. Meinhard Hansen und Florian Büker haben auf ihrem Flug viel erlebt, wie man in ihrem Reisebericht lesen kann. 

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In der Woche vom 29.Mai bis zum 05.Juni hatten Florian Büker und ich uns einen Wandersegelflug mit dem Janus vorgenommen. Das Wetter am Abflugtag war sehr gut vorher gesagt, entpuppte sich dann aber doch sehr viel mauer als gedacht. Vor dem heranziehenden schlechten Wetter haben wir es dann aber doch noch mit Geduld und auch etwas Motoreinsatz bis zum Flugplatz Grenoble geschafft. Da das Wetter für die nächsten Tage aber schlecht gemeldet war, ließen wir uns noch einmal schleppen, um über den Col de la Croix Haute nach Serres zu kommen.

Wie gut diese Entscheidung war konnten wir dann in den kommenden Tagen begutachten, als wir von Serres aus im Norden und Westen die zugestauten Berge anschauen konnten.

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Da ein Weiterkommen in den kommenden Tagen auf Grund des rund um Südfrankreich herum schlechten Wetters nicht möglich war, haben wir uns länger in Serres einquartiert und sind von dort geflogen.

Der Mistral war sehr aktiv und hat uns mächtig gebeutelt, aber auch zu sehr interressanten Flügen verholfen. Am Montag hatten wir sogar die Möglichkeit an einem geführten Flug mit Klaus Ohlmann teilzunehmen. Glücklicherweise konnten wir vor Ort Sauerstoff ausleihen, so dass die vielen Stunden im Höhenband zwischen 4500m - 5500m sehr gut auszuhalten waren. Nach über acht Stunden und über 700 geflogenen Kilometern wird dieser Flug dem Flo und mir sicher dauerhaft in Erinnerung bleiben...!

In den weiteren Tagen blieb das Wetter auch weiterhin in Richtung Spanien und Italien schlecht, so dass wir weiterhin von Serres aus fast die komplette Haute Provence von oben erflogen haben.

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Für den Freitag war das Wetter dann endlich nach Norden gut vorher gesagt worden, so dass wir am Morgen alle unsere Sachen in den Janus verstauten und von der Morane in die erste brauchbare Thermik geschleppt wurden. Die Thermik fühlte sich kräftig und rund an und auch auf Kurs in Richtung Grenoble am Vercors entlang stand eine saftig-quellige Wolkenaufreihung - Doch was dann...? Beim Abgleiten in Richtung Grenoble entpuppten sich die üppigen Cumuli als träge Wassersäcke - so dass wir schon bald unser Motörchen zu Hilfe nehmen mußten.

An Grenoble vorbei und entlang der Chartreuse sah die Sache genau so verheißungsvoll aus, war aber ohne jedes Steigen. Bis nach Chambery krochen wir an den kraftlosen Hängen entlang und fädelten uns schließlich am Haushang von Chambery in den dort fliegenden Pulk ein...
Wie in einem Bienenschwarm wimmelten dort die Flugzeuge auf engstem Raum umeinander herum und alle Augenblick spuckte ein Windenstart einen weiteren Flieger an den Himmel und in die Flugzeugtraube hinein... Nach über zwei Stunden am Hang nahmen wir noch einmal mit dem Mut der Verzweiflung den Motor zu Hilfe und rattelten ein Stück weiter zum nächsten Hang, wo prächtige Wolken auf uns warteten. Tatsächlich - es ging aufwärts - aber nur auf ca. 1600 Meter - und der Weg bis ins Jura noch viele Kilometer weit...! Was also tun ...? Dort im Jura sahen wir die prächtigen Quellungen stehen, während wir in Chambery nur die Hänge polieren konnten... - Also noch ein weiteres Mal den Motor ausfahren und zum Jura ratteln...! Und welch ein Frust - auch dort entpuppten sich die mächtigen Cumuli als träge Wassersäcke. Auch weiteres ratteln bis letztendlich unter die Basis half nicht weiter - so dass wir schließlich auf dem Flugplatz Oyonnax bei Genf landeten. Wir wurden unglaublich nett aufgenommen und hatten einen wirklich schönen Aufenthalt im Ort.

Am Samstag war dann das Wetter tatsächlich so gut, wie es vorhergesagt wurde - eine Morane schleppte uns bereits um 11:00 in die erste Thermik und nach ersten tastenden Versuchen flogen wir vorsichtig in Richtung Norden vor. Der Jura ist in dieser Gegend großflächig an die 1000 Meter hoch und eine Basis von 1800 Meter gibt einem nur ein kleines fliegbares Höhenband. Je weiter wir aber nach Norden flogen, desto höher wurde dann die Basis und desto niediger wurde das Gelände. Wir konnten endlich aufatmen und bei guten Steigwerten entspannt Strecke machen. Vor Basel allerdings mußten wir auf Grund der Höhenbeschränkung auf die Ostseite des Juras ausweichen, wo wir dann entlang der Hangkante nur noch kümmerlich voran kamen und schließlich noch mal kurz den Motor einsetzen mußten. Thermisch ging es dann ab Olten weiter bis an den Rhein, aber im Blauen war dort nichts zu finden, so dass uns der Motor noch ein letztes Mal in den schwarzwald helfen mußte und wir dann am Nachmittag glücklich und wohlbehalten wieder in Freiburg landeten.
Welch ein Flug...! Ich denke Florian und ich werden noch einige Tage brauchen, um all die Eindrücke zu verarbeiten...!

06.Juni 2010
Meinhard Hansen
 
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