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Sportfliegerclub C. F. Meerwein e. V. member of LSG-Breisgau e. V.

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Freiburg - Spanien
Geschrieben von Jochen Hodapp   
Donnerstag, 22. März 2007

Anfang März wurde der in Freiburg stationierte Kiebitz nach Spanien verkauft. Nach dem Ede Maier-Volk die fällige Jahresabnahme durchgeführt hatte, ziehen wir den seit gut einem Jahr nicht mehr bewegte rote Vogel an die Luft und unterziehen ihn einer gründlichen Reinigung. Nach dem Einbau einer neuen Batterie ist es endlich soweit: Ein kurzer Druck auf den Anlasser und der Motor springt an und läuft sofort rund. Dies ermutigte mich sofort einen Testflug zu machen. An den Start, Vollgas und nach einer Rollstrecke von 50 m bin ich in der Luft - ein geiles Gefühl!!! Ich steige auf Sicherheitshöhe und erfliege die Langsamflug Parameter; sehr gutmütig, der Vogel. Danach wird die max. Reisegeschwindigkeit erprobt. 120 km/h. Dann die spannende Landung: Anflug mit 80 km/h, Sicht nach vorn gleich null. Kopf seitlich raus und leicht schiebend wird die Richtung gehalten aber viel zu hoch. Ein Slip mit guter Sicht auf die Landebahn bringt mich auf die richtige Höhe, Gas raus und kräftig abfangen und schon ist der Flieger am Boden und ohne zu Bremsen geht es über den Mittelabrollweg zurück. Der nächste Start erfolgt dann zusammen mit Ede im vorderen Sitz. Das Intercom funktioniert am Boden hervorragend - in der Luft fast nicht verständlich. Der Start verläuft wie zuvor, Steigrate 2.5 m/sec. Ede probiert das Fliegen von vorn, geht jedoch nicht richtig gut, da vorn keine Instrumente vorhanden sind. Die zweite Landung ist dann schon fast Routine. Slip und Dreipunktlandung - eine schöner Flieger, auf nach Spanien!!!!!!

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Die nächste Woche verläuft dann mit Flugvorbereitung via Internet und dem Papierkram für die Ausfuhr nach Spanien. Am Donnerstag ist der erste Starttermin. Aber leider nicht fliegbar, da die Sichten auf der ganzen Strecke unter 1,5 km liegen, also Freitag. Auch da das gleiche. Unser Meteorologe Thomas Maier - nochmals vielen Dank - legt den Samstag als letzten möglichen Starttermin fest, denn danach folgt der Kaltlufteinbruch bis in den Süden (der tatsächlich auch eingetroffen ist) Samstagmorgen schlechte Sicht im Rheintal aber sonst super jedoch mit Mistral 60 km/h Wind im Rhonetal. Hurra das gibt einen schnellen Flug nach Süden. Den notwendigen Flugplan habe ich schon am Vorabend aufgegeben. 
Samstag 17.03 8 Uhr Loc. Fertig zum Start. Die erste Verzögerung, der Motor springt nicht an. Nachdem unser hilfsbereiter Flugleiter uns Starthilfe gibt, springt der Motor sofort an. Wir rollten zur 34 09:06 Loc, Vollgas und das Abenteuer beginnt. Bis Bremgarten Sicht < 2 km aber man kennt sich hier aus. Nach dem Grenzübertritt bei Chalampe wird ab Müllhausen die Sicht deutlich besser und die GS immer weniger, obwohl wir wegen den Lufträumen nur in  1000 ft. GND fliegen. Ein seitlicher Blick zur nahen Autobahn bestätigt die Instrumente, die 40 to Lkw überholten uns: GS 60 Km/h - das kann lustig werden. Ab Besancon wird es dann besser (Burgundische Pforte). Zügig mit 100 km/h GS geht es Richtung Tankstopp Lons le Saunier ( LFGL). Plötzlich Querab Arbois (EFGD) fuchtelt Ede vorne wie wild und zeigte auf die mechanische Tankuhr (Stab mit Schwimmer). Er steht schon bedenklich tief. Also Rechtskurve und Überflug vom mir bekannten Segelflugplatz. Wind von SW Gas raus und am Boden sind wir. Wir rollen zur Halle aber kein Mensch da und das bei 1/8 Cu. Was tun?
 
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Zum Glück fährt sogleich ein Auto zu uns, um den Kiebitz zu bestaunen. Ein kurzes Gespräch und Ede fährt mit ihm in die nahe Stadt um Sprit zu holen. In der Zwischenzeit schmauche ich eine Pfeife und lösche per Handy unseren Flugplan in Reims. Ede fährt mit 20 ltr. Mogas vor und versenkt sie im Tank. Sofort fährt der hilfsbereite Franzose mit seinem Sohn nochmals 20 ltr. zu holen. 15 ltr verschwinden noch im Tank. Den Kanister mit dem Restsprit schenken wir ihm. Die Nachberechnung des Spritverbrauchs ergibt 15 ltr/h. Also stimmt meine Flugvorbereitung. Sofortstart und ab zum nächsten Ziel Aubenas (LFHO). Zuerst geht es bei steigender GS Richtung Villefranche (LFHV) von dort Kurs 190° Richtung Aubenas. Flughöhe 1000 ft. GND, GS 170-180 km/h, die Landschaft fliegt nur so dahin. Querab St. Etienne wieder wildes Gefuchtel von Ede - Sprit? Wir einigen uns, nach Osten abzudrehen und in St. Rambert (LFLR) im Rhonetal zu landen. Der Platz ist dank GPS und Seeyou sofort gefunden und  nach dem Absetzen der obligatorischen Blindmeldung auf der 123.5 in den Queranflug und Final. Aufsetzen bei 60 km/h von vorn kein Problem. Sofort ist jemand da um uns mit  100 LL voll zu tanken.
 
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Vor dem Weiterflug kurzes Briefing der Strecke aber wo ist die Karte? Weg. Also schnell eine neue besorgen. Ein freundliche franz. Flieger verkauft mir seine. Kurs zum nächsten Ziel Lezignan (LFMZ) bei Narbonne eintragen und los. Nach 20 min. Überflug über Aubenas (der Sprit hätte noch gereicht aber sicher ist sicher.) Bei heftigen Turbulenzen und starken Wellenaufwinden fliegen wir in 1500 ft GND Richtung SW.  Ab Montpellier kommt dann der Wind plötzlich wieder von vor und unsere GS ging auf 80 km/h zurück. Situation kurz geklärt und Sicherheitslandung in Pezenas (LFNP) bei Beziers. Dank Seeyou sehen wir den Platz schon aus 10 km Entfernung. Überflug, Blindmeldung und Landung auf der 28. Der Mistral bläst so kräftig, dass die herbeigeeilten Helfer den Flieger an der Tankstelle festhalten mussten, da die eingebaute Bremse, „Magura“ TYP „Fahrrad“ (aber hydraulisch), ihn nicht halten kann.
 
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Nach dem Ablegen unserer Bärenbekleidung werden wir sehr herzlich begrüßt und der Kiebitz einer genauen Kontrolle unterzogen. Alles Bon. Als wir ihn für die Nacht verzurren wollen griffen die Franzosen ein und schieben ihn nach kurzem Umräumen in die Halle. Tore zu und Einladung ins Clubheim zu einem Aperitif. Mehrere Flaschen Champagner werden gesprengt, es ist überwältigend.

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Die Hubschrauberlehrerin, gebürtig aus Müllhausen, spielt Dolmetscher und bringt uns leicht beschwipste Flieger in die nahe Stadt in das Hotel des Ausbildungsleiters. Auch hier eine sehr herzliche Begrüßung. Nachdem wir uns frisch gemacht hatten nahmen wir ein vorzügliches Mahl bei irischer Folkloremusik ein. Jeder einem Glas Rose und knapp 6 Stunden Flugzeit fielen wir bewusstlos ins Bett.

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Nach dem Frühstück am Sonntagmorgen geht es mit dem Taxi zum Areodrome, wo unser Flieger vor der Halle schon bereit steht. Dank Starthilfe können wir um 10 Uhr starten und  nach einem kurzen wackeln mit den Flächen Kurs SW nach Lezignan-Corbbiers fliegen. Das uns von Thomas mitgeteilte Wetter stimmt perfekt. Wind 240/60 km/h. Noch 2 Stunden Flugzeit und wir sind am Ziel.

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Flughöhe wieder 1000 ft, GND, GS 80 km/h. Überflug LFMZ und Kurs 180° da kommt Freude auf: GS 150 km/h. Westlich um die CTR Perpignan zum Intersektion W danach entlang der neuen TGV Strecke zum Grenzübergang Jonquera. Das notwendige Steigen auf 3000 ft. MSL ist dank kräftiger Wellenaufwinde im Geradeausflug kein Problem. Bei Überflug über die Grenze ein Schrei von Ede, welcher auch ohne Intercom hörbar ist: „SPANIEN“. Rechtskurve und bei strahlend blauem Himmel und Windstille schlagen wir nach 6 min. auf dem Platz in Tortellia auf. Der Jubel der spanischen Fliegerkollegen ist riesig.

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Nach einem üppigen Essen in der Stammkneipe von Ede geht es zurück zum Platz und ich mache noch mehrere Einweisungsflüge mit den Spaniern. Sie sind überglücklich. Die Gesamtflugzeit beträgt genau 8 Stunden. Nach einem lustigen Abend in Olot geht am Montagmorgen zum Flugplatz nach Girona und mit der Linie zurück nach Baden-Airport. Flugzeit 1:20h. Trotzdem war der Flug mit dem Kiebitz (Rentnerjet) viel schöner und eindrucksvoller. Freudig werden wir von unserem Meteorologen Thomas am Airport begrüßt und nach Freiburg gebracht. Zum Schluß noch die Anmerkung, dass man solche Flüge mit einer guten Flugvorbereitung auch mit so einem Kleinflugzeug sicher durchführen kann. Gerne wieder!

Noch ein paar Daten:
Flugzeit 8:00
Entfernung: 810 km
Benzinverbrauch: 120 ltr.

 
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